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  • Daniela Eglseder

Tierisches miteinander

Es ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit, die Katzenhalter mit viel Einfühlungsvermögen und unter Berücksichtigung derer aktuellen Lebenssituation empathisch dort hin zu führen, ihr Haustier mit all seinen Bedürfnissen wahrzunehmen und adäquat auf ihr Verhalten zu reagieren.


Menschen bevorzugen die Gesellschaft von Tieren

Viele Menschen bevorzugen in schwierigen Zeiten die Gesellschaftes ihres Tieres anstelle derer eines anderen Menschen. Warum ist das so?

  • Tiere geben uns Menschen die Möglichkeit zu emotionalem und physischen Kontakt.

  • Sie bringen uns Loyalität, Liebe und Freude entgegen und unterstützen uns damit emotional.

  • Sie nehmen uns so wie wir sind, ihre Zuneigung uns gegenüber ist unabhängig von dem ob wir attraktiv sind, Erfolg haben oder ein konventionelles Leben führen.

Dies wirkt sich positiv auf unsere Selbstwahrnehmung und unser Selbstwertgefühl aus. In manchen Fällen können sie bei uns Menschen das Gefühl von Einsamkeit und Zurückgezogenheit verringern. Katzen beruhigen uns Menschen, sie haben die Fähigkeit düstere Stimmung auf, sind die Verbindung zwischen Mensch und Natur, fördern die Bindung innerhalb der Familie und helfen Kindern bei der Entwicklung von Rücksichtnahme, Fürsorge, Empathie und Liebe.

In manchen Katze-Mensch- Beziehungen erreicht die Katze den Stellenwert eines Kindes oder ersetzt die unbesetzte Rolle eines Kindes oder eines Partners, einer Partnerin. Auch viele ältere Menschen bewahrt ihre Katze vor der völlig Vereinsamung; sie fungiert hier als Ansprechpartner, vermittelt das Gefühl immer noch gebraucht zu werden und lässt ein Gefühl von Liebe und Vertrauen entstehen.

Es ist für jedes Haustier schön in einer Familie leben zu dürfen, wo es als selbstständig denkendes und fühlendes Lebewesen wahrgenommen und dementsprechend behandelt wird.


Wenn die Katze vermenschlicht wird

Leider passiert es in manchen Mensch-Katze-Konstellationen, dass die geliebte Katze zu sehr vermenschlicht wird.

Das heißt eigene Verhaltensweisen und Bedürfnisse werden 1:1 auf die Katze umgelegt.

Es ist eine biologische Tatsache, dass eine Katze andere Bedürfnisse hat als ein Mensch und auch umgekehrt. Oftmals wird vergessen, dass eine Katze ein Raubtier ist, welches ausgestattet ist mit Trieben und Energien, die ihr Überleben in der freien Wildbahn sichern. Jede Katze muss daher die Möglichkeit haben, diese Energien abbauen zu können, um ein glückliches Leben zu führen. Auch dann wenn sie scheinbar zufrieden scheint und eigentlich sehr auffällig unauffällig ist.


Auffällig - unauffällig

Denn so sind wir Menschen nun einmal gestrickt: am schnellsten wenden wir unsere Aufmerksamkeit unserem Gegenüber zu, wenn dieses "unangenehm, laut, fordernd" wird. Das ist der Moment, wo wir beginnen uns mit dem gezeigten Verhalten auseinander zu setzen und nach Lösungen zu suchen. Meiner Erfahrung nach sind dies, bei der Katze, folgende Auffälligkeiten:

  • Unsauberkeit

  • Aggression

  • Zerstörungswut

  • autoaggressives Verhalten welches körperliche Schäden mit sich zieht

  • Aggressionen in der Katzengruppe

Auffälligkeiten die kaum menschliche Beachtung bekommen:

  • Katze zeigt ein hohes Schlafbedürfnis

  • Katze beginnt damit sich nach und nach immer weniger selber zu putzen - ist das Fell schon stark in Mitleidenschaft gezogen, ist dieses Verhalten bei den oberen Aufzählungen ein zu ordnen

  • Katzen untereinander gehen sich aus dem Weg

  • Mobbing innerhalb der Katzengruppe

  • Katze zieht sich immer mehr zurück

  • Katze zeigt veränderte, ungewohnte Verhaltensweisen


Handlungsbedarf gegeben

Es ist nun mal so dass wir auf sehr heftige Ereignisse die uns emotional herausfordern rasch reagieren - in gewisser Weise werden wir ja auch dazu gezwungen. Nehmen wir als Beispiel zwei Katzen zwischen denen es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen kommt und die sich dabei auch verletzen. Noch während dem Kampf werden wir eingreifen und versuchen die beiden Kampfhähne zu trennen. Kommt das immer wieder vor, machen wir uns auf Ursachenforschung zu betreiben und Lösungen zu finden.

Eine Katze die plötzlich immer mehr schläft erfordert keine unmittelbare Reaktion von uns um ein "gefährliches " Verhalten zu beenden.

Doch dies ist ein Trugschluss, denn auch dieses Verhalten bzw. die Ursache dafür, kann sehr gefährlich für die Katze werden und erfordert sehr wohl eine Handlung von menschlicher Seite. Ist eine Katze krank, benötigt ihr Körper mehr Erholung; also kann uns das gesteigerte Schlafbedürfnis auf eine mögliche Erkrankung unserer Katze hinweisen - und das erkennen wir nur dann, wenn wir hinhören und hinschauen.


Erwartungen an die Katze

Wird das Raubtier Katze zu sehr vermenschlicht oder stehen die Bedürfnisse des Menschen im Vordergrund wird das zu großen Problemen im gemeinsam Miteinander führen. Steht z.B. das Ruhebedürfnis des Menschen im Vordergrund und erwartet dieser stets ein kuscheliges, ruhiges Kätzchen an seiner Seite wenn er von einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, wird dies zu großen Problemen im gemeinsamen Miteinander kommen. Aus Sicht der Katze hat sie einen langen Tag hinter sich, der wenig Anreiz geboten hat und nun freut sie sich auf die Interaktion mit ihrem Menschen.


Selbstreflexion

Wir leben in einer Zeit, in der es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, sich berieseln zu lassen, sich ab zu lenken von Vorgängen die im Innersten statt finden und die oftmals unangenehme Gefühle und Emotionen mit sich bringen. Katzen ermöglichen es uns, mit uns selbst in Kontakt zu treten, inne zu halten, im Hier und Jetzt an zu kommen und die Stille zu genießen. Und das durch ihre bloße Existenz. Peter Levine, ein weltweit anerkannter Trauma Therapeut, rät in einem seiner Bücher, welche in erster Linie Trauma und Traumafolgestörungen behandelt dazu, in emotional schwierigen Augenblicken, in Kontakt mit seinem Haustier zu treten. Sich hin zu setzen, die Katze zu beobachten, zu schauen wie sich ihr Brustkorb hebt und senkt, sie vorsichtig zu berühren und ganz bewusst diesen Augenblick wahr zu nehmen. Und schwupps: angekommen im JETZT, ein Kopf der schweigt, unangenehme Emotionen die verschwinden und einen Augenblick des völligen Seins ermöglichen.

Wir tun gut daran, uns mit unserem Innersten zu beschäftigen, uns selbst kennen zu lernen um zu wissen, wie wir in gewissen Situationen reagieren und warum wir reagieren wie wir reagieren.

Davon profitieren Mensch und Tier und es erleichtert uns unser Zusammenleben.

Denn Hand aufs Herz: wenn ich weiß, warum ich völlig explodiere weil meine Katze zum wiederholten Male meine Deko Artikel hinunter geschmissen hat und dies lediglich der Auslöser nicht aber der Grund war, kann ich schneller aus diesem heftigen emotionalen Zustand aussteigen und es für mich und auch für meine Katze leichter machen.


Wenn ich weiß dass ich massiv in einen Stresszustand gerate, wenn ich nur daran denke mit meiner Katze zum Tierarzt fahren zu müssen weil ich in Wahrheit

a) schon beim Gedanken an das Verladen meiner Katze in die Transportbox Schweißausbrüche bekomme

b) das Schreien während der Autofahrt nur schwer ertragen kann

c) mich beim Tierarzt unwohl fühle, weil ich meine Katze nicht leiden sehen kann

d) ich Angst davor habe, dass sie etwas schlimmes hat und ich sie verlieren könnte,

dann weiß ich, was alles im Hintergrund abläuft während ich meine Katze betrachte und feststelle dass sie definitiv krank ist.

Und an all diesen Punkten kann man arbeiten, damit so eine Situation nicht diese Stresszustände auslöst - das erleichtert vieles, nicht nur in der Interaktion mit der Katze.


Wie ein Lebewesen ein anderes Lebewesen behandelt

ist eine direkte Reflexion davon,

wie sie sich selbst fühlen.

Paulo Coelho







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