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  • Daniela Eglseder

Radiobeitrag Vergesellschaftung zweier Katzen

Aktualisiert: Mai 18


Ich beglückwünsche jeden der sich entscheidet, zweien Katzen ein glückliches zu Hause zu geben. Denn Katzen sind soziale Wesen, ansonsten würden sie sich uns Menschen doch gar nicht anschließen, oder?

Die Katze ist das einzige Haustier, welches sich selber domestiziert hat, sprich es hat sich den Menschen vor vielen vielen Jahren freiwillig angeschlossen (die Kornkammern enthielten viele Mäuse und die Katzen beschlossen daher, dass sie dort bleiben und die Anwesenheit der Menschen denen diese Kornkammern gehörten dafür in Kauf nahmen).

Es liegt, wie so oft, an der Fehlinterpretation von uns Menschen wenn wir glauben, dass unsere Katze glücklich ist, wenn sie den ganzen Tag zwischen 6 und 12 Stunden alleine in der Wohnung hockt und wartet bis ich nach Hause komme.

Also wenn ihr euch entschließt eurer bereits bei euch lebenden Katze, einen Katzenkumpel dazu zu holen, hier ein paar Gedanken dazu:

- der neue Katzenkumpel sollte ungefähr im selben Alter sein wie eure Katze

- erkundigt euch in den Tierheimen und umliegenden Tierschutzorganisationen; die Mitarbeiterinnen geben gerne Auskunft über den Charakter der Tiere welche sich in ihrer Obhut befinden

- wenn eure Katze z.B. sehr ängstlich ist, sucht einen Katzenkumpel aus der vom Charakter her selbstbewusst, aber kein kleiner "Macho" ist. Selbstbewusst da er eurer Katze Sicherheit vermitteln kann. Ist er ein Macho (sprich sehr territorial) würde eure Katze höchstwahrscheinlich von ihm Angst haben und mit seinen Verhaltensweisen Schwierigkeiten haben

- wurde eure Katze z.B. als kitten alleine aufgefunden und hatte keine Katzen um sich die ihr lernten, welches Verhalten typisch Katze ist, dann sucht bitte eine für sie, die gut sozialisiert ist und ihr vieles lernen kann

- und zur Frage Kater zu Kater, Kätzin zu Kätzin oder doch gemischt? Fakt ist, dass gleichgeschlechtliche Katzen sehr ähnlich sind was ihr Spiel- und Jagdverhalten betrifft und es dadurch seltener zu Missverständnissen kommt was das gemeinsame Spielen betrfft. Kater jagen "wilder", d.h. sie zeigen sich auch im gemeinsamen Spiel wilder was eine Kätzin nicht so toll finden könnte. Es gibt allerdings viele Kätzinnen und Kater die gemeinsam leben und sich wirklich wunderbar verstehen.

Also, der Entschluss steht, eine Katzenkumpel wurde gefunden und sitzt jetzt in der Transportbox am Weg nach Hause.

Dort angekommen sollte er:

- die ersten Tage in ein extra für ihn gerichtetes Zimmer kommen. Ein Zimmer mit Fressen, Wasser, Katzentoilette, Kuschelhöhle und Spielsachen

- In diesem Zimmer darf sich euer neues Familienmitglied nun einmal aklimatisieren, in Ruhe ankommen und auch die neuen Gerüche und Geräusche auf sich wirken lassen. Eure Katze wird sich später beim Kennenlernen leichter tun wenn ihr neuer Freund oder ihre neue Freundin nicht mehr nach all diesen Gerüchen aus dem Tierheim oder dem vorherigen zu Hause riecht. Gebt ihr Zeit zum Ankommen, Katzen mögen keine Veränderungen und brauchen Zeit sich auf die neue Situation ein zu stellen.

- Verbringt Zeit bei ihr in dem Zimmer und lasst die Katze das Tempo der Annäherung bestimmen – das schafft Vertrauen für die Katze und sie wird sich viel leichter tun sich in ihrem neuen zu Hause gut ein zu leben.

- legt dem neuen Katzenkumpel eine benutzte Decke ins Zimmer, die nach eurer Katze und auch euch riecht. Umgekehrt legt eurer Katze eine Decke in sein Körbchen, welche nach dem neuen Katzenkumpel riecht, so lernen beide bereits die Gerüche des jeweils anderen kennen

Und bedenkt bei der Zusammenführung: pfauchen ist etwas völliges natürliches, es bedeutet "komm mir nicht so nahe, halte Abstand bitte". Es ist die Möglichkeit der Katze ihre individuelle Grenze mit zu teilen - also bitte nicht dafür schimpfen und keine Angst bekommen, alles ist gut!

Je enspannter ihr in dem Moment der Zusammenführung seid, umso leichter macht ihr es euren Katzen.

Manche Katzen haben das große Glück dass sie sich gegenseitig sehr sympathisch sind und wirklich dicke Freunde werden; andere Katzen dulden einander und auch das ist in Ordnung.

Ich hoffe ihr gehört zu den Glücklichen die zwei Katzen zu Hause haben, welche einander ihre Zuwendung zeigen und euch teilhaben lassen daran wie sehr sie die Gesellschaft des jeweils anderen schätzen und genießen.

Jungkatze Lenny mit Kätzin Nala


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Daniela Eglseder

Katzenverhaltensberatung

Telefon: +43 650 / 24 200 48 

Mail: office@training-for-pets.com

Adresse:

Wallern 20

4849 Puchkirchen am Trattberg

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